am 1.6.1991 war ein trauriger Tag. Die Trambahnlinie 16 fuhr damals zum letzten mal vom Harras nach Fürstenried. Damals wurde eine moderne Strecke, die zum grossen Teil auf einer eigenen Trasse führte, stillgelegt und durch eine U-Bahn ersetzt. Bilder von den Abschiedsfahrten gibt es auf meiner Railfun Seite.
Ab morgen gibt es die Linie 16 wieder. Nicht nach Fürstenried, sondern auf einer Neubaustrecke vom Effnerplatz nach St. Emmeram. Innerhalb weniger Jahre ist dies die zweite neue Strecke im Münchner Tramnetz. Heute waren die Eröffnungsfeierlichkeiten und kostenloser Probebetrieb zum Teil mit historischen Fahrzeugen. Im Einsatz waren der "J" Heidelberger als Solowagen und der D/f Maximumwagen. Der ebenfalls angekündigte M/m4 Lenkdreiachser ist seit gestern schadhaft und konnte leider nicht dabei sein.
Die Strecke beginnt am Effnerplatz, führt unter der neuen Skulptur "Mae West" hindurch und dann auf einer ehemaligen Trasse bis zum Cosimabad. Diese Trasse wurde im Zuge des U-Bahnbaus "vorübergehend" stillgelegt und nie wieder in Betrieb genommen.
R3 Niederflugelenkzug hat gerade den Effnerplatz verlassen und ist auf dem neuen Abschitt unterwegs.
Ihm folgt der historische D/f, der schon die zukünftige Linienbeschilderung der Linie 16 trägt.
Der Heidelberger KSW in der Arabellatrasse. Eigentlich ist das der Typ "J". Den Spitznamen "Heidelberger" trägt er, weil er in Heidelberg gebaut wurde. Es gibt wohl einen Beiwagen gleichen Typs, der aber über noch keine Zulassung verfügt. Übrigens war der KSW neben einigen Fremdwagen in der Kriegszeit und dem legendären Typ "Z" aus der Frühzeit der Münchner Tram der einzige zweiachsige Triebwagen in der bayrischen Landeshauptstadt. Gut, da war noch der "Mailänder", für die Spezialisten.
Auf dem nächsten Bild wieder der D/f in Gegenrichtung. An dieser Stelle noch eine kurze Anmerkung zur Typenbezeichnung. Der Grossbuchstabe beschreibt dem Triebwagen, der Kleinbuchstabe nach dem Schrägstrich den Typ des Beiwagens. Hier fällt auf, dass der historische Zug keine typenreine Garnitur ist. Das ist aber kein Stilbruch, derartige Garnituren verschiedener Bauarten waren in München üblich. Meines Wissens gab es auch keine Beiwagen vom Typ "d".
Hier steht der D/f in der neuen Wendeschleife St. Emmeram. Die Endpunkte aller Linien in München sind Wendeschleifen, es laufen ausschliesslich Einrichtungsfahrzeuge. Altfahrzeuge wurden bereits in den 50er Jahren auf Einrichtungsbetrieb und Scherenstromabnehmer umgebaut.
Hier der R2 bei der Einfahrt St. Emmeram. Diese Triebwagen waren die ersten Niederflurwagen in München und lösten die legendären Typ "M" Lenkdreiachser ab, die über viele lange Jahre das Münchner Stadtbild prägten.
Nachfolgend der R3, ein vierteiliger Niederflurwagen.
Dann kam wieder der "Heidelberger".....
....durchfährt die Wendeschleife....
...an die Haltestelle.
Am Cosimabad stand dann noch der MAN SL202 aus dem historischen Einsatzbestand. Erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht!
Wie man sieht, war das Wetter alles andere als gut. So langsam hält der Winter hier im Süden Einzug. Wir hatten den ganzen Tag Schneeregen und Schnee, Temperaturen so um die 1°C. Ich hab mir dann genau aus diesem Grund am MVG-Stand einen schönen Glühwein geholt (den können die Nürnberger aber besser...).
Zitat von martin67Wir hatten den ganzen Tag Schneeregen und Schnee, Temperaturen so um die 1°C. Ich hab mir dann genau aus diesem Grund am MVG-Stand einen schönen Glühwein geholt (den können die Nürnberger aber besser...).
Danke für die Tram Bilder. Ich hoffe das die Finger noch nicht abgefroren sind.
Die Münchner können sich glücklich schätzen über die Inteligenz ihrer Stadtväter. In Wien ist es andersrum, hier werden U-Bahnen in Gegenden gebaut wo sie nicht notwendig sind und Strassenbahnlininen eingestellt wo sie sinnvoll sind.
Mit freundlichen Grüssen Philipp
LIMA ist wie Kleinbahn, man kann es nur hassen oder lieben.